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Thale PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 29. November 2009 um 09:25 Uhr

Thale, die sagenumwobene Stadt am Rande des Harzes


Thale schmiegt sich an den nördlichen Harzrand. Der Ursprung der Stadt, die 1922 das Stadtrecht erhielt, geht weit in die Geschichte zurück.
Der Hexentanzplatz und die gegenüberliegende Roßtrappe gehören zu den Wahrzeichen des Harzes. Hier führten Menschen der Urgemeinschaft ihre Kulthandlungen durch. Seit 936 ist in der Nähe des Weiberborns das Kloster Wendhusen urkundlich nachweisbar.
zu den Sagen des Hexentanzplatzes und der Roßtrappe

Ein ausgedehntes Wanderwegnetz umgibt die Stadt. Den Spuren von Goethe, Fontane und Eichendorff folgend, kann man an der Bode entlangwandern. Waldbedeckte Felswände, kahle Halden an den Hängen und steile Schluchten, in denen das Wasser der Bode rauscht, lohnen des Wanderers Mühe:

- im Bodetal, vorbei am Bodekessel
nach Treseburg
- auf dem Wanderweg zur Roßtrappe
- über die Jungfernbrücke und den
Hirschgrund hinauf zum Hexentanzplatz

Das Bodetal ist berühmt für seine steilen Felsschluchten, auf deren Grund das klare Wasser der Bode ins Tal schäumt. Im Bodetal ist eine fast beispiellose Tier- und Pflanzenwelt erhalten. Es beherbergt heute noch Waschbären, Wildkatzen und Mufflons. Im Tierpark auf dem Hexentanzplatz können Sie mehr als 100 heimische Tierarten, welche dort ein artgerechtes und sicheres Zuhause haben, beobachten.

Das Harzer Bergtheater Thale, die älteste Naturbühne Deutschlands, feierte in der Sommerspielzeit 1993 sein 90jähriges Bestehen. Am 8. Juli 1903 wurde das Bergtheater, damals "Grüne Bühne" genannt, eröffnet. Von 1926 bis 1932 erlebte es eine seiner glanzvollsten Zeiten. Unter dem Nationalsozialismus wurde die Naturbühne 1937 geschlossen. 1945 begann der Wiederaufbau mit der Gründung der Städtischen Bühnen Quedlinburg. Ab 1963 wurde vom Volkstheater Halberstadt auch wieder Musiktheater mit großem Erfolg gespielt. Das Harzer Bergtheater ist heute eine Spielstätte für Opern, Operetten, Schauspiele, Kinder- und Jugendstücke.

 

Thale, die sagenumwobene Stadt am Rande des Harzes

Wandert man von Thale aus flußaufwärts, so gelangt man in das Bodetal. Zu beiden Seiten erheben sich steil die Berghänge von Hexentanzplatz und Roßtrappe. In der Dämmerung oder bei Regendunst erscheinen die Felsen in ihren bizarren Formen wie Fabelwesen und der Vorzeit entstammende Ungeheuer.

 

Die Sage von der Roßtrappe

 

Einst begehrte der Riese Bodo die schöne Königstochter Brunhilde zur Frau. Sie aber wies den Freier und sein ungestümes Werben ab. Als Brunhilde nun eines Tages auf ihrem Roß durch die Wälder ritt und sich an der Natur erfreute, hörte sie plötzlich ein Stampfen, Unterholz brach, und Bodo näherte sich auf seinem Pferd. Er hatte Brunhildes Spur gefunden und verfolgte und bedrängte nun das Mädchen. Kreuz und quer jagte Brunhilde durch den dichten Wald, doch ihr Versuch, den Verfolger abzuschütteln, mißlang.

Plötzlich stockte ihr Roß mit jähem Ruck. Vor Brunhildes Augen lag ein gähnender Abgrund. Inzwischen war Bodo in bedrohliche Nähe gekommen. Da gab die schöne Königstochter ihrem Pferd beherzt die Sporen und setzte damit zum Sprung über die tiefe Schlucht an. Der Sprung glückte. Tief grub sich der Huf des Rosses beim Aufschlag in den Felsen ein.

Brunhilde war gerettet, einzig ihre goldene Krone fiel während des Sprungs in die Tiefe hinab und versank sogleich in dem reißenden Fluß. Bodos Versuch, ebenfalls die andere Seite zu erreichen, schlug fehl. Er stürtzte mit seiem Pferd in den Abgrund und wurde als Strafe in einen Hund verwandelt. Man sagt, er bewache die Krone Brunhildes für ewige Zeiten auf dem Grunde jenes nach ihm benannten Flusses.



Die Sage vom Hexentanzplatz
Auf dem hohen Felsen, welcher links am Eingange in das untere Bodetal hoch in die Lüfte ragt und unter dem Namen Hexentanzplatz bekannt ist, lebte der Sage nach ein altes Zauberweib namens Watelinde, welches durch ihre höllischen Künste viel Unheil anrichtete und von allen Harzbewohnern sehr gefürchtet wurde.
Sie lockte mit Vorliebe fromme Jungfrauen, durch allerlei schöne Versprechungen an sich, um ihren Zauber über sie werfen und ebenfalls Hexen aus ihnen machen zu können. An einem schönen Sommerabend ging die Jungfrau Hilda aus Thale in den nahen Wald, um heilsame Kräuter zu suchen.

Als es dunkel wurde und ihr Körbchen fast gefüllt war, schickte sie sich an heimzugehen. Nach knapp hundert Schritten brach der Mondschein durch die Baumwipfel, da fiel ihr ein, daß im Mondschein gebrochene Kräuter eine ganz besondere Heilkraft besitzen. So begann das Suchen und Pflücken noch eifriger, dabei murmelten ihre Lippen seltsame Zauberworte. Plötzlich leuchteten ihr zwei große, gelbfunkelnde Augen entgegen. Entsetzt versuchte sie zu fliehen, als sie eine Strecke weit gelaufen war, sah sie sich scheu um und erblickte ein großes, schwarzes katzenähnliches Tier, das ihr in wilden Sprüngen über die Büsche entgegenflog. Es gab kein Entrinnen. Sie vernahm eine heisere Stimme, die zu ihr rief:"Fürchte dich doch nicht, Jungfrau, ich will dir ja kein Leid zufügen, sondern dir nur die Kräutlein nennen, mit deren Hilfe du deinen Liebsten für alle Zeit an dich fesseln kannst." Ihr war klar, das dies die Hexe Watelinde, in Gestalt eines Tieres war und wollte ihr entfliehen. Doch plötzlich richtete sich das Tier in drohender Stellung auf und rief, Funken sprühend, mit gellender Stimme:"Ja, Jungfrau, jetzt bist du eingetreten in meinen Zauberkreis, und hier kann ich mit dir machen, was ich will!" Die Katze verwandelte sich in ein altes Weib. Und kaum war die Verwandlung vollzogen, faßte Watelinde der Jungfrau Lockenhaar, um sie mit sich auf die Kuppe des Felsens fortzuziehen. In diesen bangen Augenblicken erinnerte sich jedoch Hilda der Lehren ihrer Mutter und bekreuzigte sich.
Da begann es in der Luft zu brausen; ein Sturmwind umsauste den Gipfel des Hexentanzplatzes, fuhr hernieder und während Blitze zuckten und ein gewaltiger Donnerschlag die Felsen ringsum erbeben ließ, wurde die böse Watelinde in die Lüfte gehoben, über das Bodetal hinweggefegt und von einer unsichtbaren Hand gegen einen Felsen geschleudert, wo sie selbst zu Stein erstarrte.
Dieser Felsen trägt heute noch die Bezeichnung Hexengroßmutter. Die vom Verderben errettete Hilda gelangte wohlbehalten in die Hütte ihrer Mutter, heiratete ihren Liebsten und wurde glücklich.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 02. Mai 2010 um 17:51 Uhr
 
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