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Start Straßberg Geschichte
Geschichte
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Geschichte von Straßberg


Einst war der Harz ein finsteres Gebirge, galt bis ins Jahr 100 für unzugänglich. Erst später, als im 10. Jahrhundert der Bergbau einsetzte, schaffte man sich Wege durch dichtbewaldete Bergmassive und sumpfige Gebiete, um den Harz zu erforschen.

 

Die Besiedlung begann. Den riesengroßen Wäldern wurde Ackerland abgerungen, wo bisher nur Wölfe und Bären ihr unwesen trieben.

Straßberg wird nach der Chronik des Kreises Sangerhausen 1194 als Strazberc zum ersten Mal erwähnt. Es lag im sächsischen Schwabengau und gehörte dem Markgrafen der Ostermark (Markgraf Gero 940 - 965). Später erbten es die Anhaltiner.1279 war es Strasberch, im Jahr 1400 Pfarrkirchdorf Straczberg.

Die Besiedlung des Ortes begann um 1194, nachdem der Graf von Stolberg die Burg Stolberg erbaut hatte. Die ersten Siedler betrieben Ackerbau und Viehzucht.

Die weitere Entwicklung ist bis zum Jahr 1454 schlecht aufgezeichnet.

1454 wurde am 20. März die Familie Bruns aus Straßberg in Stolberg als Ketzer auf dem Markt verbrannt.

1462 wurde auf dem Hütteplatz eine Schmelzhütte errichtet, von der eine Mauer heute noch zu besichtigen ist.

 

1488 wurde der Heidenstollen als Silberbergwerk angelegt.

1525 von Stolberg aus begann der Bauernaufstand geben die Willkür des damaligen Herren, der mit dem Bauernkrieg seinen Höhepunkt fand. Auch Straßberger Bauern waren an dem Aufstand beteiligt.

1584 wurde Kunigunde Hentzens aus Straßberg als Hexe verhaftet, gefoltert und wegen Hexerei an Mensch und Vieh auf dem Stolberger Markt verbrannt.

Die darauffolgende geschichtliche Entwicklung des Ortes ist zum großen Teil vom Bergbau geprägt. (s. a. Entwicklung des Bergbaus)

Der Silberbergbau war während des dreißig jährigen Kreiges erloschen. Der Neuaufbau setzte nicht sofort nach Kriegsende wieder ein, weil im Tiefbau abgebaut wurde und die Mittel dazu fehlten.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erreichte die Straßberger Hütte unter dem Bergdirektor Christian Zacharias Koch einen Ruf, der weit über die Grenzen des Harzes hinausgingen.

Koch ließ 1713 zwei Hochöfen errichten. Diese waren die ersten Hochöfen in der Silberindustrie.

1765 soll in Straßberg etwa 13500 kg Silber erschmolzen sein. Nach der Verschuldung des Grafen von Stolberg wurde das Werk zwangsversteigent und die notwendigen Reparaturen blieben aus.

(1693 entstand in Silberhütte eine neue Schmelzhütte) Bereits 1889 erhielt Silberhütte einen Eisenbahnanschluß.

1863, am 10. Juni brach im Hause des Handarbeiters Friedrich Schwarze (Freiheit Nr. 157) ein Feuer aus. Durch arbeitsbedingte Abwesenheit vieler Anwohner, ungünstige Windverhältnisse und eine langanhaltende Trockenheit brannte fast das gesammte Unterdorf ab. (37 Wohnhäuser, nebst Hintergebäude (zusammen 84 Gebäude), das Försterhaus, die Bergschenke) Anwohner der Umliegenden Orte spendeten Kartoffeln, Brot ,Zukost und Kleider um die schlimmste Not zu lindern.

1890 Erfolgte die Einweihung des Eisenbahnanschlusses in Lindenberg. Nun war der Absatz von Nebenprodukten möglich. So entstanden im Raum Straßberg - Silberhütte ein Zementwerk, eine Schwefelsäure- und eine Farbenfabrik. Überreste von zwei Kalköfen sind in der Nähe der Grube Glasebach zu finden.

Der Bergbau begleitet die Geschichte Straßbergs. 1888 Aufnahme des Fluoritbergbaus im Biwender Gangzug in der Grube Herzogschacht. 1909 wurde vom Werk Rienecker und Schmeißer der neue Schacht von der 60 m - Sohle hochgeschossen. Zur gleichen Zeit errichtete man ein Gebäude für die neue Fördermaschine, Werkstätten und Manschaftsräume. Weiterhin errichtete man einen Wellblechschuppen, in dem die Wäsche und Aufbereitung untergebracht werden sollte.

1917 kam das Werk an die Rütgerswerke, die es bis 1945 verwaltete. 1945 wurde es zum Harzer Spatgruben.

Am 24. März 1963 entstand um 2.00 Uhr ein Brand, in dessen Folge die Flottation nierderbrannte. Diese wurde ab 1966 wieder aufgebaut.

 


Lindenberg und Straßberg

Lindenberg - das kleinste anhaltinische Dorf.

Die beiden Orte liegen dicht nebeneienander. Sie sind - es ist noch nicht allzu lange her - einmal Grenzgebiet zwischen Preußen und Anhalt gewesen. Die Selke bildet die Grenze. Im Jahre 1950 wurden beide Ortschaften zu einer Gemeinde vereint.

Um 1657 erbaute Hans Schmidt mit Genehmigung des Fürsten Friedrich von Anhalt das erste Haus (Nr. 9), um dort Ackerbau zu betreiben. Ihm folgten vier weitere Häuser.

1805 hatte der Ort 64 Einwohner,
1830 wohnten dann 96 Menschen in 16 Häusern,
1900 waren es dann 119 Bewohner in 22 Häusern.
Sie waren der Pfarrgemeinde Siptenfelde zugeordnet, ab 1950 der Straßberger.

 


Die Straßberger Kirche

Kirche
  • 1732 Am 3. April wurde in Gegenwart des regierenden Grafen Christoph Friedrich von Stolberg der Grundstein der jetzigen Kirche gelegt. Die Kirche ist 25,40 Meter lang und 13,60 Meter breit.
  • 1733 (im Frühjahr) wurde an der Südseite des Gotteshauses mit dem Turmbau begonnen.
  • 1734 Am 23. August wurde der Kopf auf den Turm gesetzt.
  • Am 19. Sonntag nach Trinitatis 1734 in der noch unfertigen Kirche der erste Gottesdienst gehalten.
  • 1738 wurde an der Sakristei gearbeitet.
  • 1738 wurde der Chor errichtet.
  • 1740 wurden die beiden Statuen der Apostel Petrus und Paulus vom Bildhauer am Altar aufgestellt.
  • 1744 nach 12 jähriger Bauzeit erfolgte die feierliche Einweihung der Kirche im Beisein des Stolberger Grafenhauses und des Konsortiums.
  • 1763 erhielt die Kirche eine Orgel, die 1888 durch eine neue ersetzt wurde.
Die älteste Glocke der Kirche trägt die Jahreszahl 1475 als Inschrift. (Es wird angenommen, daß diese aus dem früheren Bethause stammen könnte, welches dort gestanden hat.)
1720 hat dann Meister Arnaold Geyer aus Nordhausen für Straßberg zwei weitere Glocken gegosssen, die nicht mehr vorhanden sind. Sie wurden im Kriegsjahr 1917 beschlagnahmt, Ebenso die Orgelpfeifen aus Zinn.
 


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